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Reanimation bei Kindern und Säuglingen: so helfen Laien richtig

⏱ 9 Min. LesezeitKategorie: Themen-RatgeberAktualisiert: 15.10.2026
Reanimation bei Kindern und Säuglingen: so helfen Laien richtig
Kurz beantwortet: Reagiert ein Kind nicht und atmet nicht normal: 112 anrufen, Lautsprecher an, dann fünf Beatmungen und Herzdruckmassage mit 100 bis 120 Kompressionen pro Minute, mindestens ein Drittel der Brustkorbtiefe. Ohne Kinder-Kurs gilt 30:2, mit Kurs 15:2. Ein AED darf bei Kindern jeden Alters eingesetzt werden; unter 25 kg (etwa 8 Jahre) den Kindermodus nutzen, wenn vorhanden – sonst den Erwachsenenmodus. So steht es in den ERC-Leitlinien 2025.

Ein Kreislaufstillstand bei einem Kind ist selten – und gerade deshalb lähmt er Helfer. Dabei gilt das Wichtigste der Leitlinien auch hier: Jede Hilfe ist besser als keine. Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) 2025 Laien für Säuglinge und Kinder empfehlen und wie ein AED bei Kindern eingesetzt wird.

Zusammengestellt vom Vertriebspartner Steinbach & Gaukel – Vertrieb der Marke aluderm® / W. Söhngen GmbH. Die vorgestellten Geräte sind MDR-konform; der aluderm-AED A2 wird mit 8 Jahren Hersteller-Garantie geliefert. Die Geräte sind zum Kauf und zur monatlichen Miete erhältlich; Wartung und Service erbringen wir gemeinsam mit unserem Partner TÜV SÜD.
Fachlich zusammengestellt für die Praxis · zuletzt aktualisiert 09/2026 · ersetzt keine medizinische Beratung.

Grundlage sind die ERC-Leitlinien 2025 zum Paediatric Life Support, die Laienfassung des ERC und die Mitteilung des German Resuscitation Council (GRC). Der Beitrag ersetzt keinen Kurs: Wer regelmäßig Kinder betreut, sollte einen Erste-Hilfe-Kurs am Kind besuchen. Im Notfall immer zuerst 112.

Warum Kinder anders reanimiert werden

Bei Erwachsenen steckt hinter dem plötzlichen Herzstillstand meist eine Herzrhythmusstörung wie Kammerflimmern. Bei Kindern ist es umgekehrt: Laut ERC ist der Kreislaufstillstand meist sekundär – die Folge eines fortschreitenden Atem- oder Kreislaufversagens, etwa nach einer Atemwegsverlegung, einer schweren Infektion oder einem Ertrinkungsunfall. Dem Körper fehlt Sauerstoff, bevor das Herz stehen bleibt.

Daraus folgt der wichtigste Unterschied im Ablauf: Kinder bekommen zuerst fünf Beatmungen, dann Herzdruckmassage. Eine Auswertung des Deutschen Reanimationsregisters (Katzenschlager et al., Critical Care 2023) zeigt, dass Säuglinge unter einem Jahr die höchste Rate außerklinischer Kreislaufstillstände unter Kindern haben und dass eine Laienreanimation mit Beatmung mit häufigerer Rückkehr des Kreislaufs verbunden war.

GruppeAlter laut ERC-Laienfassung 2025Kompressionstechnik
Säuglingbis 1 Jahrzwei Daumen, Hände umfassen den Brustkorb
Kind1 bis 12 Jahreeine oder zwei Hände
Jugendlicher13 bis 18 Jahrewie bei Erwachsenen, 5 bis 6 cm tief
Zweifel Jugendlicher oder Erwachsener–Erwachsenenvorgehen

Der Ablauf für Laien Schritt für Schritt

  1. Prüfen: Ansprechen, sanft berühren. Reagiert das Kind nicht und atmet es nicht normal, liegt ein Notfall vor.
  2. Notruf: 112 wählen, Lautsprecher einschalten. Laut GRC prüfen Laien die Atmung nach den Leitlinien 2025 erst mit Anleitung der Leitstelle, damit die Hilfe früher beginnt. Sind zwei Helfer da, ruft der zweite an und holt danach den AED.
  3. Fünf Beatmungen: Kopf leicht überstrecken, je etwa eine Sekunde beatmen, bis sich der Brustkorb sichtbar hebt. Beim Säugling Mund und Nase gleichzeitig umschließen.
  4. Herzdruckmassage: auf der unteren Hälfte des Brustbeins, mindestens ein Drittel der Brustkorbtiefe, 100 bis 120 Mal pro Minute.
  5. Weiter im Wechsel: 30 Kompressionen, 2 Beatmungen – bis der Rettungsdienst übernimmt oder das Kind sich normal bewegt und atmet.
  6. AED: sobald er da ist, einschalten und den Ansagen folgen.

Wer nicht beatmen kann oder will, beginnt nach Anweisung der Leitstelle mit der Herzdruckmassage allein. Untätig zu bleiben ist der einzige echte Fehler.

30:2 oder 15:2? Was für wen gilt

Die ERC-Leitlinien 2025 trennen nach Ausbildung: Wer keinen Kinder-Erste-Hilfe-Kurs hat oder nur die Erwachsenen-Reanimation gelernt hat, arbeitet nach den fünf Beatmungen im Rhythmus 30:2 – also genau so, wie er es aus dem Erwachsenenkurs kennt. Wer einen Kurs in Paediatric Basic Life Support besucht hat, arbeitet mit 15:2.

Die Regel nimmt Laien eine Sorge: Niemand muss sich im Notfall ein zweites Schema merken. Wichtig sind die fünf Beatmungen am Anfang und die richtige Drucktiefe.

Drucktiefe und Technik bei Säugling und Kind

Für alle Altersgruppen gilt: mindestens ein Drittel der Brustkorbtiefe, gemessen von vorn nach hinten; bei Jugendlichen 5 bis 6 Zentimeter, nie mehr als 6. Der Druckpunkt liegt auf der unteren Hälfte des Brustbeins. Zwischen den Kompressionen den Brustkorb vollständig entlasten.

Beim Säugling empfehlen die Leitlinien 2025 die Zwei-Daumen-Technik: Beide Hände umfassen den Brustkorb, die Daumen drücken auf das Brustbein. Die frühere Zwei-Finger-Technik taucht in den Leitlinien nicht mehr auf. Ein Fachkommentar in Notfall + Rettungsmedizin nennt als Gründe mehr Drucktiefe und weniger Ermüdung. Gelingt die Kompression so nicht ausreichend, darf auch beim Säugling eine Hand eingesetzt werden. Beim Kind drückt man mit einer oder zwei Händen – je nachdem, womit ein Drittel der Brustkorbtiefe erreicht wird.

Die allgemeine Technik der Herzdruckmassage erklärt der Beitrag Herzdruckmassage richtig durchführen, den Ablauf bei Erwachsenen Reanimation und Wiederbelebung.

Darf man einen AED bei Kindern benutzen?

Ja. Die ERC-Leitlinien 2025 sehen den AED bei Kindern jeden Alters vor. Bei Kindern unter etwa 25 Kilogramm – das entspricht ungefähr einem Alter von acht Jahren – und bei Säuglingen soll ein Kindermodus genutzt werden, wenn das Gerät einen hat. Hat es keinen, wird der AED im Erwachsenenmodus verwendet. Auf die Defibrillation zu verzichten, weil keine Kinderelektroden da sind, ist nicht vorgesehen.

Bei kleinen Kindern unter 25 Kilogramm kleben die Elektroden laut ERC vorn und hinten: eine in der Mitte der Brust links neben dem Brustbein, die andere zwischen den Schulterblättern. So berühren sich die Pads auf dem kleinen Brustkorb nicht. Bei größeren Kindern ist auch die Position wie bei Erwachsenen möglich. Während der Analyse niemand das Kind berühren, nach dem Schock sofort weiterdrücken.

Die aluderm-AED A1 und A2 haben eine Kindertaste: Ein Druck schaltet auf die reduzierte Kinderenergie um, derselbe Elektrodensatz bleibt im Einsatz. Ein zweites Verbrauchsteil müssen Betreiber nicht vorhalten. Wo Kinder sind – in Schule und Kita, im Schwimmbad oder im Sportverein –, sollte die Kinderfunktion bei der Einweisung ausdrücklich geübt werden.

Wenn sich ein Kind verschluckt hat

Eine Atemwegsverlegung durch einen Fremdkörper ist eine der typischen Ursachen bei Kindern. Hustet das Kind kräftig, zum Husten ermutigen. Wird der Husten schwach, empfehlen die Leitlinien 2025 bis zu fünf Schläge zwischen die Schulterblätter, im Wechsel mit bis zu fünf Stößen – beim Säugling mit zwei Daumen auf den Brustkorb, beim Kind auf den Oberbauch. Wird das Kind bewusstlos, beginnt die Reanimation mit 112 und den fünf Beatmungen.

Was Einrichtungen mit Kindern vorbereiten sollten

Die ERC empfiehlt außerdem, Wiederbelebung schon ab etwa vier bis sechs Jahren zu üben und in Schulen jährlich zu trainieren. Kinder, die es gelernt haben, sind die Helfer von morgen.

Häufige Fragen

Wie reanimiert man ein Kind?
Notruf 112 mit Lautsprecher, dann fünf Beatmungen und Herzdruckmassage auf der unteren Brustbeinhälfte, mindestens ein Drittel der Brustkorbtiefe, 100 bis 120 pro Minute. Laien ohne Kinderkurs arbeiten anschließend 30:2, Geübte 15:2.
Wie tief drückt man beim Säugling?
Mindestens ein Drittel der Brustkorbtiefe. Die ERC-Leitlinien 2025 empfehlen beim Säugling die Zwei-Daumen-Technik mit umfassenden Händen.
Warum zuerst beatmen?
Bei Kindern ist der Kreislaufstillstand meist Folge von Sauerstoffmangel. Deshalb beginnen die Leitlinien mit fünf Beatmungen, bevor die Herzdruckmassage einsetzt.
Darf man einen Defibrillator bei Kindern einsetzen?
Ja, bei Kindern jeden Alters. Unter etwa 25 kg den Kindermodus nutzen, wenn vorhanden; sonst den Erwachsenenmodus. Kleine Kinder bekommen die Elektroden vorn und hinten.
Was tun, wenn keine Kinderelektroden da sind?
Laut ERC wird der AED dann im Erwachsenenmodus eingesetzt. Bei Geräten mit Kindertaste wie dem aluderm-AED schaltet ein Tastendruck die Kinderenergie ein, ohne Elektrodenwechsel.
Ab welchem Alter gilt das Erwachsenenschema?
Für Jugendliche ab etwa 13 Jahren gilt die Technik wie bei Erwachsenen mit 5 bis 6 cm Drucktiefe. Im Zweifel, ob Jugendlicher oder Erwachsener, wird wie bei Erwachsenen vorgegangen.

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Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder betriebsorganisatorische Beratung. Inhaltlicher Stand: 15.10.2026.

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