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Beatmungsmaske für die Erste Hilfe: Arten, Ventil und richtige Anwendung

⏱ 8 Min. LesezeitKategorie: Themen-RatgeberAktualisiert: 15.10.2026
Beatmungsmaske für die Erste Hilfe: Arten, Ventil und richtige Anwendung
Kurz beantwortet: Eine Beatmungsmaske – als formstabile Taschenmaske oder als flaches Beatmungstuch – liegt bei der Atemspende zwischen Helfer und Betroffenem; ein Einwegventil leitet die ausgeatmete Luft zur Seite. Nach den ERC-Leitlinien 2025 beatmen geschulte Helfer im Wechsel 30:2; wer nicht geschult ist, drückt ohne Pause durch. Bei Kindern sind Beatmungen besonders wichtig. Das Infektionsrisiko bei der Wiederbelebung ist laut ERC gering – eine Beatmungshilfe senkt die Hemmschwelle trotzdem.

Viele Ersthelfer zögern bei der Atemspende – aus Sorge vor Infektionen oder aus Ekel. Eine Beatmungsmaske nimmt diese Hürde. Dieser Ratgeber zeigt, welche Bauformen es gibt, wann Beatmung überhaupt nötig ist, wie man eine Maske richtig aufsetzt und welche Beatmungshilfe an einen AED-Standort gehört.

Zusammengestellt vom Vertriebspartner Steinbach & Gaukel – Vertrieb der Marke aluderm® / W. Söhngen GmbH. Die vorgestellten Geräte sind MDR-konform; der aluderm-AED A2 wird mit 8 Jahren Hersteller-Garantie geliefert. Die Geräte sind zum Kauf und zur monatlichen Miete erhältlich; Wartung und Service erbringen wir gemeinsam mit unserem Partner TÜV SÜD.
Fachlich zusammengestellt für die Praxis · zuletzt aktualisiert 09/2026 · ersetzt keine medizinische Beratung.

Grundlage sind die Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC) 2025, eine Übersichtsarbeit zu Infektionen bei der Wiederbelebung und die Inhaltslisten der DIN-Verbandkästen. Stand: 15.10.2026. Der Beitrag ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs.

Die drei Bauformen im Überblick

Im Handel heißt fast alles „Beatmungsmaske“. Gemeint sind drei verschiedene Hilfsmittel, die sich in Abdichtung, Platzbedarf und Preis unterscheiden:

BauformAufbauStärkeTypischer Ort
Beatmungstuch (Face Shield)flache Folie mit Einwegventil oder Filter, einmal verwendbarpasst in jede Tasche, an den Schlüsselbund, kostet wenigSchlüsselbund, Auto, Sporttasche, Verbandkasten
Taschenmaske (Pocket Mask)formstabile Maske über Mund und Nase, Einwegventildichtet besser ab, Beatmung leichter zu kontrollierenAED-Standort, Betrieb, Praxis, Vereinsheim
Beatmungsbeutel (Beutel-Masken-System)Beutel mit Maske und Ventilenfür Geübte: Beatmung ohne eigene AusatemluftRettungsdienst, Klinik, Sanitätsdienst

Wann Laien überhaupt beatmen sollen

Die ERC-Leitlinien 2025 unterscheiden klar: Wer nicht in Beatmung geschult ist, führt die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung durch. Wer es gelernt hat, beatmet nach je 30 Kompressionen zweimal – mit nur so viel Luft, dass sich der Brustkorb zu heben beginnt. Auch die Leitstelle leitet Laien am Telefon zunächst zur reinen Herzdruckmassage an.

Bei Kindern ist es anders: Ihr Kreislaufstillstand ist meist die Folge von Sauerstoffmangel. Die Leitlinien sehen deshalb in allen Altersstufen fünf Anfangsbeatmungen und Beatmung im Wechsel mit der Herzdruckmassage vor; wer dazu nicht bereit ist, drückt durch. Einzelheiten im Ratgeber Reanimation bei Kindern und Säuglingen.

Für Betriebe heißt das: Die Beatmungsmaske ist kein Ersatz für die Herzdruckmassage, sondern ein Angebot an alle, die beatmen können und wollen – etwa ausgebildete Ersthelferinnen und Ersthelfer.

Wie groß ist das Infektionsrisiko wirklich?

Der ERC hält fest: Das Infektionsrisiko für Helfer bei der Wiederbelebung ist gering. Eine viel zitierte Übersichtsarbeit (Mejicano und Maki, Annals of Internal Medicine 1998) fand weltweit nur 15 dokumentierte Fälle einer Übertragung im Zusammenhang mit Wiederbelebung, überwiegend bakteriell. Übertragungen von Hepatitis B, Hepatitis C oder Zytomegalie durch Wiederbelebung waren nicht beschrieben.

Warum dann eine Maske? Weil Zögern Zeit kostet. Eine Barriere senkt das ohnehin niedrige Risiko weiter und vor allem die Hemmschwelle. Mehr zum Hygieneschutz im Beitrag Hygiene bei der Atemspende.

So setzen Sie eine Beatmungsmaske richtig ein

  1. Erst drücken: Notruf 112, Herzdruckmassage beginnen. Die Maske kommt erst zum Einsatz, wenn Sie nach 30 Kompressionen beatmen.
  2. Maske aufsetzen: Taschenmaske mit der schmalen Seite auf den Nasenrücken, über Mund und Nase legen. Beim Beatmungstuch die Ventilöffnung über den Mund legen.
  3. Abdichten und Kopf überstrecken: Maske mit beiden Händen fest auf das Gesicht drücken, Kinn anheben.
  4. Beatmen: etwa eine Sekunde lang durch das Ventil einblasen, bis sich der Brustkorb zu heben beginnt. Zweimal.
  5. Weiterdrücken: sofort zurück zur Herzdruckmassage, Unterbrechung möglichst kurz halten. Kommt ein AED, sofort einschalten.

Beim Säugling umschließt die Maske Mund und Nase gemeinsam. Gelingt die Beatmung nicht auf Anhieb, nicht lange korrigieren – die Herzdruckmassage hat Vorrang.

Gehört eine Beatmungsmaske in den Verbandkasten?

Die betrieblichen Verbandkästen nach DIN 13157 (klein) und DIN 13169 (groß) wurden 2021 überarbeitet. Laut der von der DGUV veröffentlichten Inhaltsliste enthalten sie keine Beatmungsmaske und kein Beatmungstuch; neu sind unter anderem medizinische Gesichtsmasken und Feuchttücher. Wer Atemspende ermöglichen will, ergänzt eine Beatmungshilfe deshalb selbst – am sinnvollsten direkt am AED.

Die Haltbarkeit legt der Hersteller fest; viele Beatmungstücher und -masken tragen ein Verfallsdatum. Prüfen Sie es bei der regelmäßigen Sichtprüfung des AED mit, zum Beispiel mit unserem Prüfprotokoll.

Die aluderm-Beatmungshilfen im Vergleich

Für unterschiedliche Einsatzorte gibt es drei aluderm-Produkte der W. Söhngen GmbH:

ProduktBauformIdeal fürMehr
Air-Vita Bi-Protectformstabile Beatmungsmaske mit VentilAED-Standort, Betrieb, Erste-Hilfe-RaumProduktseite
Beatmungstuch BT-DRYflaches Einweg-Beatmungstuch mit Ventilunterwegs: Auto, Sporttasche, SchlüsselbundProduktseite
Beatmungshilfe „Beatmen & Schützen“kompakte Beatmungshilfepreiswerte Grundausstattung vieler KästenProduktseite

Was an jeden AED-Standort gehört

Ein AED ist schnell, wenn alles beisammen ist: Gerät, Elektroden in Reichweite, Schere oder Rea-Set zum Freilegen des Brustkorbs, Einmalhandschuhe und eine Beatmungshilfe. Das AED-Rea-Set bündelt diese Teile. Wie Sie den Standort planen und kennzeichnen, zeigt AED-Standort.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Beatmungstuch und Beatmungsmaske?
Ein Beatmungstuch ist eine flache Einwegfolie mit Ventil oder Filter und passt in jede Tasche. Eine Beatmungsmaske (Taschenmaske) ist formstabil, liegt über Mund und Nase und dichtet besser ab.
Muss ich als Laie beatmen?
Nein. Nach den ERC-Leitlinien 2025 führen nicht geschulte Helfer die Herzdruckmassage ohne Unterbrechung durch. Geschulte beatmen im Wechsel 30:2. Bei Kindern sind Beatmungen besonders wichtig.
Wofür ist das Ventil in der Beatmungsmaske?
Das Einwegventil lässt die Luft des Helfers durch und leitet die ausgeatmete Luft des Betroffenen zur Seite ab – das ist der hygienische Vorteil gegenüber Mund-zu-Mund.
Wie hoch ist das Infektionsrisiko bei der Mund-zu-Mund-Beatmung?
Gering. Der ERC bezeichnet es als niedrig; eine Übersichtsarbeit fand nur 15 dokumentierte Übertragungsfälle. Eine Beatmungshilfe senkt das Risiko weiter.
Ist eine Beatmungsmaske im Verbandkasten Pflicht?
Nach der von der DGUV veröffentlichten Inhaltsliste der DIN 13157 und DIN 13169 (2021) gehört keine Beatmungsmaske zum Pflichtinhalt. Sie lässt sich als sinnvolle Ergänzung beilegen, idealerweise am AED.
Wie oft muss man beatmen?
Geschulte Helfer beatmen nach je 30 Herzdruckmassagen zweimal, jeweils etwa eine Sekunde lang, bis sich der Brustkorb zu heben beginnt. Kinder erhalten zu Beginn fünf Beatmungen.

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Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder betriebsorganisatorische Beratung. Inhaltlicher Stand: 15.10.2026.

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