Das AED-Lexikon: alle wichtigen Begriffe von A wie AED bis Z wie Zwei-Helfer-Methode

AED, STK, MDR, Kammerflimmern, Zwei-Helfer-Methode – rund um Defibrillatoren wimmelt es von Fachbegriffen und Abkürzungen. Dieses Lexikon erklärt über 30 der wichtigsten Begriffe alphabetisch, kompakt und präzise – als Nachschlagewerk für Betreiber, Ersthelfer und alle, die es genau wissen wollen.
Fachlich zusammengestellt für die Praxis · zuletzt aktualisiert 08/2026 · ersetzt keine medizinische Beratung.
Rund um Defibrillatoren, Reanimation und Betreiberpflichten kursieren viele Fachbegriffe und Abkürzungen – von AED über MPBetreibV bis STK. Dieses AED-Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe kompakt, präzise und alphabetisch geordnet. Es eignet sich als Nachschlagewerk für Betreiber, Ersthelfer, Vereine und alle, die sich mit dem Thema Herzsicherheit beschäftigen. Zu vielen Begriffen finden Sie weiterführende Ratgeber, die das Thema vertiefen.
A bis D
AED (Automatisierter Externer Defibrillator)
Ein AED ist ein tragbares Medizinprodukt, das bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand den Herzrhythmus analysiert und bei defibrillierbaren Rhythmusstörungen wie Kammerflimmern einen kontrollierten Stromstoß abgibt. AED sind für Laien entwickelt: Sprachanweisungen führen Schritt für Schritt durch den Einsatz, und ein Schock wird nur ermöglicht, wenn die Geräteanalyse ihn als angezeigt bewertet. Beispiele sind der aluderm-AED A1 und der aluderm-AED A2 (beide halbautomatisch).
ASR A1.3
Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 konkretisiert die Anforderungen an die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung in Arbeitsstätten – also auch an die Kennzeichnung von AED-Standorten mit Rettungszeichen. Sie verlangt unter anderem gut sichtbare, dauerhafte Schilder und verweist auf die Symbolik der DIN EN ISO 7010. Praktische Hinweise dazu gibt der Ratgeber AED-Standort.
Asystolie
Die Asystolie ist ein Herzstillstand ohne jede elektrische Aktivität des Herzens – im EKG als „Nulllinie" sichtbar. Anders als Kammerflimmern ist sie nicht defibrillierbar: Ein AED gibt bei Asystolie keinen Schock frei, entscheidend sind dann Herzdruckmassage und der schnelle Rettungsdienst. Auch deshalb gehört zur AED-Anwendung immer die Reanimation.
Batterie-Standzeit
Die Batterie-Standzeit bezeichnet die Zeitspanne, die eine AED-Batterie im Bereitschaftsbetrieb hält, bevor sie gewechselt werden muss. Bei den aluderm-AED beträgt sie bis zu 5 Jahre; die täglichen Selbsttests überwachen den Ladezustand mit. Abgelaufene oder schwache Batterien sind einer der häufigsten Gründe für nicht einsatzbereite Geräte.
CardiLink
CardiLink ist ein Fernüberwachungssystem für Defibrillatoren: Ein Mobilfunkmodul am AED überträgt Selbsttestergebnisse und Statusdaten an eine gesicherte Plattform, dokumentiert sie automatisch und meldet Auffälligkeiten aktiv an den Betreiber. Beim Einsatz von CardiLink kann die turnusmäßige 2-jährige STK-Prüfung gemäß der geltenden Hersteller- und Betreiberanforderungen entfallen.
CE-Kennzeichnung
Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller, dass ein Produkt die einschlägigen EU-Anforderungen erfüllt. Bei Medizinprodukten wie AED setzt sie ein Konformitätsbewertungsverfahren unter Beteiligung einer Benannten Stelle voraus, deren Kennnummer neben dem CE-Zeichen steht. Ohne gültige CE-Kennzeichnung darf ein AED in der EU nicht in Verkehr gebracht werden.
Defibrillation
Die Defibrillation ist die Abgabe eines dosierten Stromimpulses durch das Herz, um lebensbedrohliche Rhythmusstörungen wie Kammerflimmern zu beenden. Ziel ist, dass der natürliche Taktgeber des Herzens die Kontrolle zurückgewinnt. Je früher defibrilliert wird, desto besser die Prognose – daher der Begriff Frühdefibrillation.
E bis H
Elektroden / Pads
AED-Elektroden (Pads) sind selbstklebende Flächen, die auf den entblößten Brustkorb geklebt werden. Über sie analysiert das Gerät den Herzrhythmus und gibt den Schock ab. Sie sind Einmalprodukte mit begrenzter Haltbarkeit – bei den aluderm-AED bis zu 5 Jahre – und müssen nach Ablauf oder Gebrauch ersetzt werden (siehe Elektrodenpads).
ERC-Leitlinien
Die Leitlinien des European Resuscitation Council (ERC), zuletzt umfassend aktualisiert 2021, sind der europäische Standard für die Reanimation. Sie definieren unter anderem die Abläufe der Laienreanimation, die Rolle der Frühdefibrillation und die Anforderungen an Schulung und Training. Nationale Empfehlungen, etwa des Deutschen Rats für Wiederbelebung (GRC), basieren auf ihnen.
Ersteinweisung
Die Ersteinweisung ist die fachkundige Einweisung und Inbetriebnahme, die gewerbliche Betreiber nach MPBetreibV vor der ersten Nutzung eines AED durchführen lassen müssen. Die Pflicht liegt beim Betreiber, nicht beim Lieferanten. Ablauf, Umfang und Dokumentation erklärt der Ratgeber AED-Einweisung.
Ersthelfer
Ersthelfer sind Beschäftigte, die in einem zertifizierten Erste-Hilfe-Kurs nach DGUV-Grundsätzen ausgebildet wurden und im Betrieb Erste Hilfe leisten. Arbeitgeber müssen je nach Betriebsgröße und Gefährdung eine ausreichende Zahl von Ersthelfern vorhalten; die Ausbildung wird in der Regel alle zwei Jahre aufgefrischt und umfasst auch die AED-Anwendung.
Frühdefibrillation
Frühdefibrillation bezeichnet den möglichst frühen Einsatz eines Defibrillators durch Ersthelfer vor Ort – noch vor Eintreffen des Rettungsdienstes. Da die Überlebenswahrscheinlichkeit bei Kammerflimmern mit jeder Minute ohne Defibrillation deutlich sinkt, ist die Frühdefibrillation neben der Herzdruckmassage der wichtigste beeinflussbare Faktor der Rettungskette.
Herzdruckmassage
Die Herzdruckmassage ist die rhythmische Kompression des Brustkorbs, um bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand einen Minimalkreislauf aufrechtzuerhalten. Die ERC-Leitlinien empfehlen bei Erwachsenen eine Drucktiefe von 5 bis 6 cm und eine Frequenz von 100 bis 120 pro Minute. Hilfsmittel wie das LifePad geben dazu Echtzeit-Feedback.
Herz-Kreislauf-Stillstand
Beim Herz-Kreislauf-Stillstand pumpt das Herz kein Blut mehr durch den Körper; die betroffene Person ist bewusstlos und atmet nicht oder nicht normal. Ohne sofortige Reanimation sterben Gehirnzellen binnen weniger Minuten ab. Nach Zahlen des Deutschen Reanimationsregisters ereignen sich in Deutschland jedes Jahr mehrere zehntausend außerklinische Reanimationen.
HLW / CPR
HLW steht für Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Kombination aus Herzdruckmassage und Beatmung; die englische Entsprechung ist CPR (Cardiopulmonary Resuscitation). Für ungeübte Helfer gilt: Durchgehende Herzdruckmassage hat Vorrang – wer sich die Beatmung nicht zutraut, drückt ohne Unterbrechung weiter.
I bis L
ICD (Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator)
Ein ICD ist ein unter die Haut implantiertes Gerät, das den Herzrhythmus von Risikopatienten dauerhaft überwacht und lebensbedrohliche Rhythmusstörungen selbstständig durch Impulse oder Schocks beendet. Er ist nicht zu verwechseln mit dem AED, der als externes Gerät von Helfern eingesetzt wird. Ein sichtbares Implantat ändert nichts am Vorgehen: Die AED-Pads werden lediglich nicht direkt über dem Implantat aufgeklebt.
IP-Schutzart
Die IP-Schutzart (International Protection) beschreibt, wie gut ein Gehäuse gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist – die erste Ziffer steht für Staub, die zweite für Wasser. IP55 bedeutet Schutz gegen Staub in schädigender Menge und gegen Strahlwasser; der aluderm-AED A2 erfüllt diese Schutzart. Über Temperaturbeständigkeit sagt die IP-Schutzart nichts aus – relevant etwa beim AED im Außenbereich.
Kammerflimmern
Kammerflimmern ist eine chaotische elektrische Aktivität der Herzkammern, bei der das Herz nicht mehr pumpt, sondern nur noch unkoordiniert „flimmert". Es ist die häufigste behandelbare Ursache des plötzlichen Herztods und der klassische Fall für die Defibrillation: Nur ein Stromstoß kann das Flimmern beenden, Medikamente oder Herzdruckmassage allein können es nicht.
Kindertaste
Die Kindertaste ist eine Funktion moderner AED, die die Schockenergie und die Abläufe an Kinder anpasst, ohne dass separate Kinderelektroden nötig sind. Beide aluderm-AED – A1 und A2 – verfügen über eine solche Kindertaste. Sie wird typischerweise bei Kindern unter acht Jahren beziehungsweise unter etwa 25 kg Körpergewicht aktiviert; im Zweifel gilt: Reanimation und AED-Einsatz nie verzögern.
Laienreanimation
Laienreanimation bezeichnet die Wiederbelebung durch Ersthelfer ohne medizinische Ausbildung – prüfen, rufen, drücken, defibrillieren. Sie ist der wichtigste Hebel für das Überleben beim Herz-Kreislauf-Stillstand, denn der Rettungsdienst trifft im Mittel erst nach mehreren Minuten ein. Rechtlich gilt: Wer im Notfall nach bestem Wissen hilft, muss keine Haftung fürchten – Nichtstun ist der einzige Fehler.
M bis R
MDR (Medical Device Regulation)
Die MDR (EU-Verordnung 2017/745) ist der europäische Rechtsrahmen für Medizinprodukte. Sie regelt Anforderungen an Sicherheit, Leistung, klinische Bewertung und Marktüberwachung. „MDR-konform" bedeutet, dass ein Gerät wie der aluderm-AED die Anforderungen dieser Verordnung erfüllt – ein wichtiges Kriterium beim AED-Kauf, da Altgeräte nach früherem Recht auslaufen.
MPBetreibV (Medizinprodukte-Betreiberverordnung)
Die MPBetreibV regelt in Deutschland das Betreiben und Anwenden von Medizinprodukten. Für gewerbliche AED-Betreiber ergeben sich daraus insbesondere die Pflicht zur fachkundigen Ersteinweisung vor der ersten Nutzung, zum ordnungsgemäßen Instandhalten und zur Dokumentation. Eine praxisnahe Übersicht bietet der Ratgeber AED-Wartung.
Notruf 112
Die 112 ist die europaweit einheitliche Notrufnummer für Rettungsdienst und Feuerwehr – kostenlos aus allen Netzen. Beim Herz-Kreislauf-Stillstand gilt: erst 112 rufen (oder rufen lassen), dann mit der Herzdruckmassage beginnen und den AED holen lassen. Viele Leitstellen unterstützen Anrufer per Telefonreanimation mit Anleitungen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
Rettungskette
Die Rettungskette beschreibt die Abfolge der Hilfsmaßnahmen vom Notfall bis zur Klinik: Absichern und Notruf, Sofortmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Defibrillation, weitere Erste Hilfe, Rettungsdienst, Krankenhaus. Das Bild der Kette macht deutlich: Sie ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied – und die ersten Glieder liegen immer bei den Menschen vor Ort.
Rettungszeichen ISO 7010
Die DIN EN ISO 7010 normt Sicherheitszeichen international einheitlich. Für den AED relevant ist das Rettungszeichen E010: ein weißes Herz mit Blitz auf grünem Grund, ergänzt um Zusatz- und Richtungsschilder. Für die Sichtbarkeit in Fluren sorgt ein rechtwinklig montiertes Nasenschild; passende Schilder finden Sie unter AED-Rettungszeichen.
S bis Z
Selbsttest
Moderne AED prüfen ihre wichtigsten Funktionen automatisch – Elektronik, Batterieladung, Energieabgabe. Die aluderm-AED führen diesen Selbsttest täglich durch und zeigen das Ergebnis über die Statusanzeige an. Mit einem Monitoring wie CardiLink werden die Selbsttestergebnisse zusätzlich automatisch dokumentiert und extern gespeichert.
STK (Sicherheitstechnische Kontrolle)
Die STK ist eine wiederkehrende Prüfung von Medizinprodukten nach MPBetreibV, die den sicheren technischen Zustand feststellt; bei den aluderm-AED erfolgt sie im Regelfall alle zwei Jahre durch einen externen Servicepartner. Beim Einsatz von CardiLink kann die turnusmäßige 2-jährige STK-Prüfung gemäß der geltenden Hersteller- und Betreiberanforderungen entfallen. Details im Ratgeber AED-Wartung.
Telefonreanimation
Bei der Telefonreanimation leitet die Rettungsleitstelle Anrufer während des Notrufs zur Herzdruckmassage an – „drücken im Takt der Ansage", bis der Rettungsdienst eintrifft. Sie ist fester Bestandteil der ERC-Leitlinien und hat die Rate der Laienreanimation in Deutschland messbar erhöht. Lautsprecher einschalten und den Anweisungen folgen genügt.
Überlebenskette (Chain of Survival)
Die Überlebenskette ist das international gebräuchliche Konzept für die Versorgung des Herz-Kreislauf-Stillstands: frühes Erkennen und Alarmieren, frühe Herzdruckmassage, frühe Defibrillation, professionelle Versorgung und Nachsorge. Öffentlich zugängliche AED stärken gezielt das dritte Glied dieser Kette.
Vollautomat / Halbautomat
Beim halbautomatischen AED löst der Helfer den empfohlenen Schock nach Aufforderung per Tastendruck aus – so arbeiten die aluderm-AED A1 und A2. Der vollautomatische AED gibt den Schock nach Analyse und Ansage selbstständig ab, ohne Tastendruck. Welche Bauart wann passt, erklärt der Ratgeber vollautomatisch oder halbautomatisch.
Wandschrank
Ein AED-Wandschrank schützt das Gerät vor Staub und Beschädigung, macht den Standort sichtbar und kann mit einem Entnahme-Alarm (bei den aluderm-Modellen rund 130 dB) vor Diebstahl schützen. Die aluderm-Wandschränke L und S sind für Innenräume konzipiert; für Außenstandorte braucht es beheizte Außenschränke. Ein AED-Schrank wird nie abgeschlossen.
Zwei-Helfer-Methode
Bei der Zwei-Helfer-Methode teilen sich zwei Ersthelfer die Reanimation: Einer führt die Herzdruckmassage durch, der andere setzt den Notruf ab, holt den AED, klebt die Elektroden und übernimmt im Wechsel die Kompressionen. So bleiben Unterbrechungen minimal und die Druckqualität hoch – ein zentrales Prinzip der ERC-Leitlinien und jedes guten Reanimationstrainings.
Fehlt ein Begriff? Sprechen Sie uns an – wir erweitern dieses Lexikon laufend. Und wenn aus dem Nachschlagen konkrete Planung wird: In unserer Produktübersicht stellen Sie AED, Notfall-Set, Wandschrank und Beschilderung zusammen und fordern Ihr kostenloses, unverbindliches Angebot an.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Abkürzung AED?
Was ist der Unterschied zwischen Kammerflimmern und Asystolie?
Was ist eine STK beim Defibrillator?
Was unterscheidet einen Vollautomaten von einem Halbautomaten?
Was regelt die MPBetreibV für AED-Betreiber?
Welches Zeichen kennzeichnet einen AED-Standort?
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- ERC-Leitlinien 2021 (European Resuscitation Council)
- Deutsches Reanimationsregister
- MPBetreibV (Medizinprodukte-Betreiberverordnung)
- DGUV – Erste Hilfe im Betrieb
- Deutsche Herzstiftung
- W. Söhngen GmbH (Hersteller)
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder Förderberatung. Inhaltlicher Stand: 10.08.2026.