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Defibrillator, AED, ICD und Herzschrittmacher: die Unterschiede einfach erklärt

⏱ 10 Min. LesezeitKategorie: Themen-RatgeberAktualisiert: 09.08.2026
Defibrillator, AED, ICD und Herzschrittmacher: die Unterschiede einfach erklärt

Defibrillator ist nicht gleich Defibrillator: AED, Profigerät, implantierbarer ICD und Herzschrittmacher tun Unterschiedliches. Dieser neutrale Überblick erklärt jedes Gerät und den zentralen Unterschied.

Zusammengestellt von der Handelsvertretung Steinbach & Gaukel – Vertrieb der Marke aluderm® / W. Söhngen GmbH. Die vorgestellten Geräte sind MDR-konform; der aluderm-AED A2 wird mit 8 Jahren Hersteller-Garantie geliefert.
Fachlich zusammengestellt für die Praxis · zuletzt aktualisiert 08/2026 · ersetzt keine medizinische Beratung.

Wer nach einem Defibrillator sucht, meint nicht immer dasselbe Gerät. Der Begriff ist im Alltag mehrdeutig: Mal geht es um den Kasten an der Wand im Einkaufszentrum, mal um das Gerät, das ein Rettungswagen mitführt, und mal um ein kleines Implantat, das eine Kardiologin einer Patientin einsetzt. Hinzu kommt der Herzschrittmacher, der oft mit dem Defibrillator verwechselt wird, obwohl er etwas grundlegend anderes tut. Dieser Ratgeber erklärt neutral und ohne medizinische Beratung die Unterschiede zwischen AED, professionellem Defibrillator, implantierbarem ICD und Herzschrittmacher und ordnet ein, wann welches Gerät eine Rolle spielt. Ziel ist ein klarer Überblick, damit Sie verstehen, wonach Sie eigentlich suchen und welches Thema unsere Website behandelt: den Laien-AED.

Warum „Defibrillator“ ein mehrdeutiger Begriff ist

Das Wort Defibrillator beschreibt zunächst nur eine Funktion: das Beenden eines lebensbedrohlichen Herzrhythmus durch einen kurzen, gezielten Stromstoß. Dieses Prinzip nennt man Defibrillation. Weil dieselbe Grundfunktion in sehr unterschiedlichen Geräten steckt, führt der Sammelbegriff schnell zu Missverständnissen.

Drei ganz verschiedene Welten stehen hinter dem einen Wort. Erstens der öffentliche Laien-Defibrillator, der für Ersthelfer ohne medizinische Ausbildung gedacht ist. Zweitens der professionelle Defibrillator, den Rettungsdienst, Notarzt und Klinik einsetzen. Drittens implantierbare Geräte, die dauerhaft im Körper eines Menschen arbeiten. Erst wenn man diese drei Welten trennt, wird klar, worum es im Einzelfall geht. Einen ausführlichen Überblick speziell zum Laiengerät bietet der große Defibrillator-Ratgeber.

Ein Wort, drei Suchabsichten

Hinter der Suche nach „Defibrillator“ stecken häufig ganz unterschiedliche Anliegen: Eine Gemeinde möchte ein Gerät für den Marktplatz anschaffen, eine Angehörige hat gerade erfahren, dass ein Familienmitglied einen ICD implantiert bekommt, oder jemand verwechselt schlicht Schrittmacher und Defibrillator. Dieser Beitrag beantwortet alle drei Fragen und zeigt am Ende, welches Gerät unser eigentliches Thema ist.

Der AED: der externe Defibrillator für Laien

Der AED (Automatisierter Externer Defibrillator) ist das Gerät, das die meisten Menschen aus dem öffentlichen Raum kennen – als grün-weißen Kasten in Bahnhöfen, Rathäusern, Sporthallen, Büros oder Einkaufszentren. Er ist ausdrücklich für Ersthelfer ohne medizinische Vorkenntnisse entwickelt.

Wie ein AED funktioniert

Nach dem Einschalten führt der AED per Sprach- und Grafikansage durch jeden Schritt. Zwei Klebeelektroden werden auf den entblößten Brustkorb aufgebracht; das Gerät analysiert daraufhin selbstständig den Herzrhythmus. Erkennt es einen schockbaren Rhythmus wie Kammerflimmern, bereitet es einen Stromstoß vor. Halbautomatische Geräte fordern die helfende Person auf, einen Knopf zu drücken; vollautomatische Geräte geben den Schock selbstständig ab. Liegt kein schockbarer Rhythmus vor, gibt der AED keinen Schock frei – er kann also nicht „aus Versehen“ schocken.

Wo AED stehen und für wen sie gedacht sind

AED sind für Orte mit Publikumsverkehr und für Betriebe gedacht, an denen im Ernstfall schnell reagiert werden soll. Bedienen darf und soll ihn jede Person, die einen Menschen im Herzstillstand vorfindet. Genau dieser Laien-AED ist das Thema unserer Website. Ein Beispiel für ein besonders einfach zu bedienendes Gerät ist der aluderm-AED A2: Er gibt den Schock laut Herstellerangaben vollautomatisch (ohne Auslöseknopf) in ca. 7 Sekunden ab, führt per Sprach- und Grafikanweisung mit HLW-Metronom durch die Herzdruckmassage und besitzt eine Kindertaste für die Reanimation von Kleinkindern. Batterie und Elektroden sind je bis zu 5 Jahre haltbar. Das Gerät ist MDR-konform und wird mit 8 Jahren Hersteller-Garantie der W. Söhngen GmbH angeboten. Wie ein AED Schritt für Schritt angewendet wird, erklärt die Seite AED richtig anwenden.

Der professionelle (manuelle) Defibrillator

Der professionelle oder manuelle Defibrillator ist das Gerät, das Rettungsdienst, Notarzt und Kliniken einsetzen. Äußerlich ähnelt er einem tragbaren Monitor mit Kabeln und Paddles oder Klebeelektroden – innerlich kann er weit mehr als ein AED.

Was ihn vom AED unterscheidet

Während der AED bewusst so wenige Entscheidungen wie möglich verlangt, gibt der manuelle Defibrillator ausgebildetem Fachpersonal die volle Kontrolle. Die Anwenderin liest das EKG selbst, wählt die Energiestufe, bestimmt den Zeitpunkt der Schockabgabe und kann weitere Funktionen nutzen – etwa die Überwachung von Vitalparametern oder eine Kardioversion in Narkose. Solche Geräte setzen medizinisches Wissen voraus und sind nicht für Laien gedacht.

Wo er zum Einsatz kommt

Man findet den professionellen Defibrillator auf Rettungswagen und bei Notarzteinsätzen, in Notaufnahmen, auf Intensiv- und Überwachungsstationen sowie in Arztpraxen mit entsprechender Ausstattung. Er ist Teil der erweiterten Maßnahmen der Rettungskette – also des Glieds, das nach der Laienhilfe und dem AED greift. Für die Öffentlichkeit ist er nicht bestimmt.

Der ICD: der implantierbare Defibrillator

Der ICD (implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) ist ein kleines Gerät, das dauerhaft in den Körper eines Menschen eingesetzt wird. Anders als AED und Profigerät schockt er nicht von außen, sondern von innen – und zwar automatisch, ohne dass ein Helfer eingreifen muss.

Funktion und Aufbau

Ein ICD besteht aus einem Aggregat, das meist unter dem Schlüsselbein eingesetzt wird, und aus Elektroden (Sonden), die über eine Vene bis ins Herz führen. Das Gerät überwacht den Herzrhythmus rund um die Uhr. Erkennt es eine gefährliche Herzrhythmusstörung wie eine anhaltende Kammertachykardie oder Kammerflimmern, gibt es selbstständig einen inneren Schock oder eine schnelle Impulsfolge ab, um den normalen Rhythmus wiederherzustellen.

Für wen ein ICD gedacht ist

Ein ICD wird von Kardiologinnen und Kardiologen bei Menschen erwogen, die ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herztod tragen – etwa nach überlebtem Herzstillstand oder bei bestimmten Herzerkrankungen. Ob ein ICD sinnvoll ist, ist ausschließlich eine ärztliche Entscheidung im Einzelfall. Dieser Ratgeber ersetzt keine ärztliche Beratung und trifft dazu bewusst keine Empfehlung. Verlässliche, laienverständliche Informationen zu implantierbaren Geräten bietet die Deutsche Herzstiftung.

ICD und AED – kein Widerspruch

Wichtig für Ersthelfer: Auch ein Mensch mit ICD kann im Notfall einen externen AED benötigen. Das Implantat ist an einer kleinen, tastbaren Erhebung meist unter dem linken Schlüsselbein erkennbar. Kleben Sie die AED-Elektroden dann einfach ein Stück daneben auf, damit sie nicht direkt über dem Aggregat liegen – und folgen Sie ansonsten den Ansagen des AED.

Der Herzschrittmacher: das Gegenstück, das nicht schockt

Der Herzschrittmacher wird am häufigsten mit dem Defibrillator verwechselt – dabei tut er etwas grundlegend anderes. Er gibt keinen rettenden Stromstoß ab, sondern sorgt für einen regelmäßigen Herzschlag.

Wie ein Schrittmacher arbeitet

Wie ein ICD besteht ein Herzschrittmacher aus einem kleinen Aggregat und dünnen Sonden zum Herzen. Statt eines Schocks gibt er jedoch nur sehr schwache, nicht spürbare elektrische Impulse ab. Diese Impulse geben den Takt vor, wenn das Herz von sich aus zu langsam oder unregelmäßig schlägt. Der Schrittmacher „taktet“ das Herz also, er beendet aber kein Kammerflimmern.

Für wen ein Schrittmacher gedacht ist

Herzschrittmacher kommen vor allem bei Menschen mit zu langsamem Herzschlag (Bradykardie) oder bestimmten Reizleitungsstörungen zum Einsatz. Auch das ist eine rein ärztliche Indikation. Manche modernen Geräte vereinen übrigens Schrittmacher- und ICD-Funktionen in einem Gehäuse, was die Verwechslung zusätzlich befördert – medizinisch bleiben es aber zwei verschiedene Aufgaben.

Der zentrale Unterschied: Schock oder Takt

Wenn Sie sich nur einen einzigen Satz merken, dann diesen: Nur Defibrillatoren geben einen Schock ab – Herzschrittmacher nicht. Ein Defibrillator (ob AED, Profigerät oder ICD) unterbricht mit einem kräftigen Stromstoß einen lebensbedrohlichen Rhythmus. Ein Herzschrittmacher gibt dagegen nur schwache Taktimpulse ab, um einen zu langsamen Herzschlag zu unterstützen.

Damit ist auch klar, warum die Geräte nicht austauschbar sind: Ein Schrittmacher kann einen plötzlichen Herzstillstand durch Kammerflimmern nicht beenden, und ein Defibrillator ist nicht dazu da, dauerhaft einen zu langsamen Puls auf Trab zu bringen. Beide lösen unterschiedliche Probleme, und beide haben ihre klare Berechtigung.

Alle vier Geräte im Vergleich

GerätWas es tutWo es sich befindetFür wen
AED (externer Defibrillator)Analysiert den Rhythmus und gibt bei Bedarf einen Schock von außen ab; führt per Sprache durch die ReanimationÖffentliche Orte, Betriebe, Vereine, Schulen – an der Wand oder im SchrankLaien und Ersthelfer ohne Vorkenntnisse
Professioneller (manueller) DefibrillatorErlaubt manuelle Schockabgabe, EKG-Beurteilung und erweiterte FunktionenRettungswagen, Notaufnahme, Intensivstation, PraxisAusgebildetes medizinisches Fachpersonal
ICD (implantierbarer Defibrillator)Überwacht den Rhythmus dauerhaft und schockt bei Bedarf automatisch von innenImplantiert im Körper, meist unter dem SchlüsselbeinPatientinnen mit erhöhtem Risiko – nach ärztlicher Entscheidung
HerzschrittmacherGibt schwache Taktimpulse ab, um einen zu langsamen Herzschlag zu unterstützen – kein SchockImplantiert im Körper, meist unter dem SchlüsselbeinPatientinnen mit zu langsamem oder unregelmäßigem Herzschlag – nach ärztlicher Entscheidung

Wann welches Gerät relevant ist

Für den Alltag lässt sich die Zuordnung einfach zusammenfassen. Entscheidend ist die Frage: Wer handelt, und wo passiert es?

Für Organisationen, die selbst Herzsicherheit schaffen möchten – Vereine, Kommunen, Schulen, Betriebe – ist damit der AED das relevante Gerät. Wie eine Wiederbelebung insgesamt abläuft und wie der AED sich darin einfügt, erklärt der Ratgeber Reanimation und Wiederbelebung. In einzelnen Bundesländern sowie über Kommunen, Krankenkassen oder Stiftungen bestehen teils Zuschuss- oder Fördermöglichkeiten für die Anschaffung; Verfügbarkeit und Bedingungen ändern sich und sind im Einzelfall zu prüfen.

ICD und Schrittmacher sind ärztlich – unser Thema ist der Laien-AED

Zum Schluss die wichtigste Einordnung für diese Website: ICD und Herzschrittmacher sind medizinische Implantate, über die ausschließlich Ärztinnen und Ärzte entscheiden. Zu diesen Geräten geben wir keine Beratung und keine Empfehlung ab – dafür sind Kardiologie und behandelnde Praxis zuständig. Wenn Sie oder Angehörige davon betroffen sind, sind die Deutsche Herzstiftung und Ihre behandelnden Ärzte die richtigen Ansprechpartner.

Unser Thema ist der externe AED für Laien – das Gerät, mit dem jeder Mensch im Ernstfall die Zeit bis zum Rettungsdienst überbrücken und die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich erhöhen kann. Alles rund um Auswahl, Standort, Anwendung und Ausstattung solcher Geräte finden Sie in unseren weiteren Ratgebern und in der Produktübersicht, über die sich jederzeit ein unverbindliches und kostenloses Angebot anfordern lässt. Die europäischen Leitlinien zur Reanimation und Defibrillation veröffentlicht der European Resuscitation Council, ihre deutsche Umsetzung der German Resuscitation Council.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Defibrillator und einem Herzschrittmacher?
Ein Defibrillator gibt einen kräftigen Stromstoß ab, um einen lebensbedrohlichen Herzrhythmus wie Kammerflimmern zu beenden. Ein Herzschrittmacher gibt dagegen nur schwache, nicht spürbare Taktimpulse ab, um einen zu langsamen Herzschlag zu unterstützen. Nur Defibrillatoren schocken, Schrittmacher nicht.
Wofür steht die Abkürzung AED?
AED steht für Automatisierter Externer Defibrillator. Das ist ein Gerät für Laien, das den Herzrhythmus selbst analysiert und bei Bedarf einen Schock von außen abgibt oder einleitet. Es führt per Sprach- und Grafikansage durch die Reanimation und ist für Ersthelfer ohne Vorkenntnisse gedacht.
Was ist ein ICD und wer bekommt einen?
Ein ICD (implantierbarer Kardioverter-Defibrillator) ist ein kleines Gerät, das dauerhaft in den Körper eingesetzt wird und den Herzrhythmus rund um die Uhr überwacht. Bei einer gefährlichen Rhythmusstörung schockt es automatisch von innen. Ob ein ICD infrage kommt, entscheiden ausschließlich Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall.
Darf ich einen AED bei einem Menschen mit Herzschrittmacher oder ICD einsetzen?
Ja. Ein externer AED kann auch bei Menschen mit Implantat nötig sein. Das Aggregat ist meist als kleine Erhebung unter dem Schlüsselbein tastbar. Kleben Sie die AED-Elektroden ein Stück daneben auf, damit sie nicht direkt über dem Implantat liegen, und folgen Sie den Ansagen des Geräts.
Welches Gerät ist für Vereine, Kommunen oder Betriebe relevant?
Für Organisationen, die selbst Herzsicherheit schaffen möchten, ist der externe AED das relevante Gerät. Professionelle Defibrillatoren sind dem Rettungsdienst vorbehalten, ICD und Herzschrittmacher sind rein ärztliche Implantate. Ein unverbindliches Angebot für einen AED lässt sich über die Produktübersicht anfordern.
Ersetzt dieser Ratgeber eine ärztliche Beratung zu ICD oder Schrittmacher?
Nein. Zu implantierbaren Geräten wie ICD und Herzschrittmacher geben wir bewusst keine Empfehlung ab. Diese Entscheidungen treffen ausschließlich Kardiologie und behandelnde Praxis. Unser Thema ist der externe Laien-AED. Für medizinische Fragen sind die Deutsche Herzstiftung und Ihre behandelnden Ärzte die richtigen Ansprechpartner.

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Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder Förderberatung. Inhaltlicher Stand: 09.08.2026.

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