Vertriebspartner
Steinbach & Gaukel
GERÄTEVERGLEICH

ZOLL AED Plus und aluderm-AED im Vergleich

⏱ 11 Min. LesezeitKategorie: Themen-RatgeberAktualisiert: 16.09.2026
ZOLL AED Plus und aluderm-AED im Vergleich
Kurz beantwortet: Beide Geräte erfüllen IP55, und bei den Standzeiten von Batterie und Elektroden liegen beide bei fünf Jahren — hier gibt es keinen Unterschied. Die belegten Unterschiede: Der aluderm-AED testet sich täglich selbst, der AED Plus werksseitig alle sieben Tage (konfigurierbar bis täglich); der Kindermodus steckt beim aluderm-AED als Taste im Gerät, beim AED Plus in separat zu kaufenden Kinderelektroden; und der AED Plus wiegt mit 3,1 kg deutlich mehr. Umgekehrt bietet der AED Plus mit Real CPR Help ein Echtzeit-Feedback zur Qualität der Herzdruckmassage, das die aluderm-Geräte nicht haben.

Der ZOLL AED Plus ist einer der meistverbreiteten Laien-Defibrillatoren in Europa und begegnet uns im Vertriebsalltag regelmäßig. Dieser Vergleich stellt ihn dem aluderm-AED A1 und A2 der W. Söhngen GmbH gegenüber — sachlich, mit Quellenangabe für jede Zeile und ohne Sieger-Rhetorik. Wo eine Angabe nicht belegt ist, steht das auch so da.

Zusammengestellt vom Vertriebspartner Steinbach & Gaukel – Vertrieb der Marke aluderm® / W. Söhngen GmbH. Die vorgestellten Geräte sind MDR-konform; der aluderm-AED A2 wird mit 8 Jahren Hersteller-Garantie geliefert. Die Geräte sind zum Kauf und zur monatlichen Miete erhältlich; Wartung und Service erbringen wir gemeinsam mit unserem Partner TÜV SÜD.
Fachlich zusammengestellt für die Praxis · zuletzt aktualisiert 09/2026 · ersetzt keine medizinische Beratung.

Wer einen Defibrillator beschafft, vergleicht selten Datenblätter Zeile für Zeile — meistens steht am Ende eine Entscheidung zwischen zwei Geräten, die beide funktionieren. Genau deshalb lohnt der nüchterne Blick darauf, wo die Unterschiede tatsächlich liegen und wo Marketingaussagen beider Seiten dieselbe Sache beschreiben. Dieser Vergleich nimmt den ZOLL AED Plus der ZOLL Medical Corporation und die aluderm-AED A1 und A2 der W. Söhngen GmbH. Jede Angabe in der Tabelle ist mit ihrer Quelle gekennzeichnet; wo uns kein Beleg vorliegt, steht „keine belegte Angabe“ statt einer Schätzung. Steinbach & Gaukel ist Vertriebspartner der Marke aluderm und damit nicht neutral — umso wichtiger ist, dass hier nichts steht, was sich nicht nachlesen lässt.

Die beiden Geräte in Kurzform

Der ZOLL AED Plus wird von der ZOLL Medical Corporation hergestellt; die deutsche Niederlassung sitzt in Köln. Sein auffälligstes Merkmal ist Real CPR Help: Ein Sensor in der Elektrode misst die Herzdruckmassage und gibt dem Helfer in Echtzeit Rückmeldung zu Drucktiefe und Frequenz — akustisch („Fester drücken“, „Herzdruckmassage gut“) und visuell über eine Anzeige der Kompressionstiefe. Die Elektrode CPR-D-padz ist einteilig ausgeführt, was das Aufkleben vereinfacht, und wird mit einem Notfallset aus Schere, Handschuhen und Mundschutz geliefert.

Der aluderm-AED A1 und der A2 stammen von der W. Söhngen GmbH, einem deutschen Erste-Hilfe-Hersteller. Beide sind halbautomatisch: Das Gerät analysiert, empfiehlt gegebenenfalls den Schock, und der Helfer löst ihn per Tastendruck aus. Der A2 führt zusätzlich über ein 5-Zoll-LCD-Farbdisplay und eine Sprachtaste mit Drei-Sprachen-Option; eine Kindertaste schaltet am Gerät auf den Kindermodus um. Beide Geräte sind MDR-konform und laufen mit denselben Verbrauchsteilen.

Wichtig für das Verständnis der Tabelle: Zu den aluderm-Geräten liegen uns Söhngen-Produktangaben vor, zum AED Plus das technische Datenblatt des Herstellers sowie die deutschsprachige ZOLL-Produktbroschüre. Wo ZOLL selbst keine Angabe macht — etwa zur Garantiedauer —, steht das ausdrücklich so da. Und eine Abgrenzung vorweg: Diese Seite behandelt den AED Plus. Das neuere Schwestermodell mit Touchscreen und Universalelektrode ist ein anderes Gerät — dazu die eigene Seite ZOLL AED 3 im Vergleich.

Die Gegenüberstellung

Quellenkürzel: [S] Söhngen-Produktangaben · [S2] Söhngen-Produktinformation aluderm-AED A2, Art. 0102209, Stand 26.06.2026 · [Z] ZOLL-Datenblatt „AED Plus Technical Specifications“, MCN PP 2607 0854 (2026) · [B] ZOLL-Produktbroschüre MCN PP 1812 0361-08 (2019).

Merkmalaluderm-AED A1 / A2ZOLL AED Plus
Schockprotokollhalbautomatisch; Schocktaste mit eingebauter Ausfallsicherung [S2]wahlweise halbautomatisch oder vollautomatisch lieferbar [Z]
Energie Erwachsene150 J [S]automatisch ansteigend 120 J / 150 J / 200 J [Z]
KindermodusKindertaste im Gerät, 50 J [S]über separat erhältliche Pedi-padz II [Z]
Selbsttesttäglich automatisch [S]konfigurierbar alle 1–7 Tage, Werkseinstellung alle 7 Tage; monatlicher Volllasttest [Z]
Standzeit Batteriebis zu 5 Jahre [S]typisch 5 Jahre bei 20 °C (225 Schocks) [Z]
Standzeit Elektrodenbis zu 5 Jahre [S]5 Jahre [Z]
Batterietypkeine belegte Angabe10 Stück Typ 123A Lithium-Mangandioxid, vom Anwender wechselbar [Z]
SchutzartIP55 (A2) [S]IP55 [Z]
Stoß / Vibrationkeine belegte AngabeIEC 68-2-27 100G, MIL-Std. 810F [Z]
Gewicht1,5 kg [S2]3,1 kg [Z]
Maße232 x 209 x 59 mm [S2]13,3 x 24,1 x 29,2 cm [Z]
Feedback zur HerzdruckmassageMetronom für die Frequenz; keine Messung der Drucktiefe [S2]Real CPR Help: Tiefe 1,9–8,9 cm und Frequenz in Echtzeit, Metronom 60–100/min [Z]
Anzeige / FührungA2: 5-Zoll-Farbdisplay, Sprachtaste mit 3 Sprachen [S]Piktogramme und Sprachansagen; LCD und EKG-Sichtfenster optional [Z]
DatenaufzeichnungEKG-Aufzeichnung bis 8 Stunden [S2]7 Stunden EKG- und CPR-Daten, optional 20 min Audio [Z]
Falltest1,5 m [S2]-30 °C bis +70 °C [Z]
Elektrodendesignkeine belegte AngabeCPR-D-padz, einteilig, mit Notfallset [B]
Marke / HerstellerMarke der W. Söhngen GmbH, Taunusstein; Gerätehersteller Vivest, Herkunftsland China [S2]ZOLL Medical Corporation, Chelmsford/USA; deutsche Niederlassung Köln [Z][B]
Herstellergarantie8 Jahre [S]im Datenblatt nicht angegeben
Miete möglichja, inkl. Wartung und Service mit dem Partner TÜV SÜD [S]keine belegte Angabe

Wo beide Geräte gleichauf liegen

Zwei Punkte, die in Verkaufsgesprächen gern als Alleinstellung verkauft werden, sind bei beiden Geräten identisch: die Standzeit von fünf Jahren auf Batterie und Elektroden und die Schutzart IP55. Wer hört, fünf Jahre Standzeit seien ein Vorteil gegenüber dem AED Plus, sollte nachfragen — ZOLL nennt dieselben fünf Jahre im eigenen technischen Datenblatt. Ebenfalls zu korrigieren ist eine Aussage, die in Händlerunterlagen kursiert: Der AED Plus ist nicht nur halbautomatisch, sondern laut Hersteller wahlweise auch in vollautomatischer Konfiguration lieferbar.

Auch bei den Folgekosten lohnt Vorsicht auf beiden Seiten. ZOLL wirbt damit, „im Vergleich zu anderen AEDs die geringsten Folgekosten“ zu haben; das ist eine Herstelleraussage ohne veröffentlichte Rechnung. Belegbar ist lediglich, dass der AED Plus mit handelsüblichen Lithiumzellen des Typs 123A arbeitet, die sich frei beschaffen lassen — ein realer Vorteil bei der Ersatzteilbeschaffung. Wer Folgekosten ernsthaft vergleichen will, rechnet mit den tatsächlichen Preisen für Elektroden und Batterie über acht Jahre; eine Anleitung dazu steht im Ratgeber Defibrillator-Kosten.

Wo die Unterschiede tatsächlich liegen

Zugunsten des ZOLL AED Plus: Das Echtzeit-Feedback zur Herzdruckmassage ist ein echtes Funktionsmerkmal, das die aluderm-Geräte nach den uns vorliegenden Angaben nicht haben. Die Leitlinien des European Resuscitation Council betonen die Qualität der Thoraxkompression ausdrücklich, und ein Gerät, das dem Helfer sagt, ob er tief und schnell genug drückt, adressiert genau diesen Punkt. Wer eine Einrichtung ausstattet, in der viele ungeübte Helfer in Frage kommen und in der regelmäßig trainiert wird, sollte dieses Merkmal ernst nehmen. Zugunsten des aluderm-AED: Erstens der Selbsttest. Der aluderm-AED prüft sich täglich; beim AED Plus ist der automatische Selbsttest laut Datenblatt zwischen einem und sieben Tagen konfigurierbar, ab Werk steht er auf alle sieben Tage. Wer das Gerät nicht umkonfiguriert, erfährt einen Fehler also im ungünstigsten Fall sechs Tage später. Zweitens das Gewicht: 3,1 Kilogramm sind für ein Gerät, das im Notfall durch ein Gebäude getragen wird, spürbar. Drittens der Kindermodus: Beim aluderm-AED sitzt er als Taste im Gerät, die auf 50 Joule umschaltet; beim AED Plus braucht es die Pedi-padz II, also ein Zubehörteil, das beschafft, gelagert und in seinem Verfallsdatum überwacht werden muss. Das gilt nur für dieses Modell: Der ZOLL AED 3 arbeitet mit einer Universalelektrode und steht hier gleichauf mit uns. In einer Schule, einem Familienbetrieb oder einem Freizeitbad ist das ein Unterschied im Alltag, nicht nur auf dem Papier.

Und viertens die Beschaffungsseite: Der aluderm-AED ist wahlweise zum Kauf oder zur monatlichen Miete erhältlich, wobei Wartung und Service gemeinsam mit dem Partner TÜV SÜD erbracht werden. Für Einrichtungen ohne eigenes Investitionsbudget oder ohne Medizintechnik-Zuständigkeit ist das oft ausschlaggebender als jedes technische Merkmal. Zum ZOLL AED Plus liegt uns dazu keine belegte Angabe vor.

Für welchen Einsatz welches Gerät passt

Eine Rangfolge wäre unseriös — die Frage ist, welches Merkmal im eigenen Haus zählt. Wo regelmäßig trainiert wird und viele Helfer in Frage kommen — Betriebe mit aktiver Ersthelfer-Organisation, Sportstätten, große Belegschaften —, ist das CPR-Feedback des AED Plus ein starkes Argument. Wo Kinder regelmäßig anwesend sind — Schulen, Kitas, Bäder, Freizeitanlagen, Familienbetriebe —, spricht der im Gerät integrierte Kindermodus für den aluderm-AED, weil kein zusätzliches Zubehör vorgehalten und überwacht werden muss.

Wo lange Planungshorizonte zählen — Kommunen, Einrichtungen, Filialnetze mit zentralem Budget —, zählt die Garantiedauer: acht statt fünf Jahre bedeuten drei Jahre weniger Risiko am Ende der Nutzungsdauer. Und wo kein Investitionsbudget zur Verfügung steht, entscheidet meist, ob eine Miete inklusive Wartung angeboten wird. Welche Ausstattung zu Ihrer Einrichtung passt, lässt sich in wenigen Minuten klären — siehe auch unseren allgemeinen AED-Vergleich und den Ratgeber AED mieten oder kaufen.

Zur Quellenlage

Transparenz gehört zu einem Vergleich, den ein Vertriebspartner schreibt. Alle ZOLL-Angaben in der Tabelle stammen aus dem technischen Datenblatt des Herstellers („AED Plus Technical Specifications“, MCN PP 2607 0854) sowie aus der deutschsprachigen Produktbroschüre von 2019. Eine frühere Fassung dieser Seite stützte sich teilweise auf einen österreichischen Händlerprospekt; diese Angaben sind ersetzt.

Offen bleibt genau ein Punkt: Das ZOLL-Datenblatt nennt keine Garantiedauer. In Händlerunterlagen kursieren fünf Jahre; belegt ist das nicht, und deshalb steht in der Tabelle „im Datenblatt nicht angegeben“ statt einer Zahl. Wer den Garantievergleich führen möchte, sollte ihn sich vom Hersteller bestätigen lassen. Nicht übernommen haben wir außerdem eine Aussage aus dem österreichischen Prospekt, das Gerät sei „von der jährlichen medizintechnischen Kontrolle befreit“ — das bezieht sich auf österreichisches Recht und lässt sich nicht auf die deutsche Medizinprodukte-Betreiberverordnung übertragen. Was in Deutschland gilt, steht im Ratgeber AED-Wartung.

Auf unserer Seite fehlen belegte Werte zu Gewicht und Abmessungen des aluderm-AED; sobald sie vorliegen, ergänzen wir die Zeilen.

Fazit

Beide Geräte sind seriöse Medizinprodukte, und in den Punkten, die am häufigsten beworben werden — fünf Jahre Standzeit, IP55, halbautomatischer Betrieb —, unterscheiden sie sich nicht. Der ZOLL AED Plus hat mit dem Echtzeit-Feedback zur Herzdruckmassage ein Merkmal, das die aluderm-Geräte nicht bieten. Der aluderm-AED hat die längere Herstellergarantie, den im Gerät integrierten Kindermodus und die Möglichkeit, ihn statt zu kaufen monatlich zu mieten, mit Wartung und Service über den TÜV SÜD. Welches davon schwerer wiegt, entscheidet der Einsatzort, nicht das Datenblatt. Wenn Sie Ihre Situation kurz schildern, stellen wir Ihnen eine passende Ausstattung zusammen — kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Ist der ZOLL AED Plus halb- oder vollautomatisch?
Beides. Laut technischem Datenblatt von ZOLL ist der AED Plus wahlweise in halbautomatischer Konfiguration lieferbar, bei der der Helfer den Schock per Taste auslöst, oder in vollautomatischer Konfiguration, bei der das Gerät den Schock selbst abgibt. Die aluderm-AED A1 und A2 sind halbautomatisch.
Wie oft testet sich der ZOLL AED Plus selbst?
Laut Datenblatt ist der automatische Selbsttest zwischen einem und sieben Tagen konfigurierbar; die Werkseinstellung liegt bei alle sieben Tage. Dazu kommt ein monatlicher Volllasttest mit 200 Joule. Der aluderm-AED führt den Selbsttest täglich durch.
Hat der aluderm-AED ein Feedback zur Herzdruckmassage?
Nach den uns vorliegenden Angaben nicht. Der ZOLL AED Plus bietet mit Real CPR Help eine Rückmeldung zu Drucktiefe und Frequenz in Echtzeit. Wer großen Wert auf dieses Merkmal legt, sollte es in die Entscheidung einbeziehen.
Wie funktioniert der Kindermodus bei beiden Geräten?
Beim aluderm-AED schaltet eine Kindertaste am Gerät auf den Kindermodus mit 50 Joule um; beim ZOLL AED Plus werden dafür separat erhältliche Kinderelektroden Pedi-padz II für Kinder unter 25 Kilogramm benötigt, die beschafft, gelagert und in ihrem Verfallsdatum überwacht werden müssen.
Sind die Folgekosten beim AED Plus wirklich am niedrigsten?
ZOLL wirbt in der eigenen Broschüre damit, das Gerät habe die geringsten Folgekosten am Markt. Eine Rechnung dazu ist nicht veröffentlicht. Belegt ist, dass handelsübliche Lithiumzellen vom Typ 123A verwendet werden. Ein belastbarer Vergleich entsteht nur, wenn man die tatsächlichen Preise für Elektroden und Batterie über die Nutzungsdauer gegenüberstellt.
Kann ich den aluderm-AED auch mieten?
Ja. Die Geräte sind zum Kauf und zur monatlichen Miete erhältlich; Wartung und Service erbringen wir gemeinsam mit unserem Partner TÜV SÜD. Verkäufer beziehungsweise Vermieter ist die W. Söhngen GmbH. Zum ZOLL AED Plus liegt uns dazu keine belegte Angabe vor.

Unverbindlich anfragen

Stellen Sie sich Ihre AED-Ausstattung zusammen und fordern Sie ein kostenloses, unverbindliches Angebot an. Der Söhngen-Innendienst meldet sich bei Ihnen.

Produkte ansehen & Angebot anfordern

Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder betriebsorganisatorische Beratung. Inhaltlicher Stand: 13.09.2026.

Passend dazu

← Zurück zur Ratgeber-Übersicht