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Primedic HeartSave AED und aluderm-AED im Vergleich

⏱ 10 Min. LesezeitKategorie: Themen-RatgeberAktualisiert: 16.09.2026
Primedic HeartSave AED und aluderm-AED im Vergleich
Kurz beantwortet: Der HeartSave arbeitet mit deutlich höheren Energiestufen (290 bis 360 Joule gegenüber 150 Joule beim aluderm-AED) und wiegt betriebsbereit rund 3,0 kg. Beide Geräte erreichen zusammengenommen IP55. Das Primedic-Datenblatt lässt allerdings drei für die Beschaffung wichtige Punkte offen: die Garantiedauer, die Standzeit der Elektroden und ob das Gerät halb- oder vollautomatisch arbeitet. Ohne die Elektroden-Standzeit lassen sich die Folgekosten nicht vergleichen.

Der HeartSave AED von Primedic (Metrax GmbH) ist ein deutsches Gerät mit einer auffällig anderen Auslegung als die meisten Laien-AED: höhere Energiestufen, mehr Gewicht, mehr Sprachen. Dieser Vergleich stellt ihn dem aluderm-AED der W. Söhngen GmbH gegenüber — auf Basis des Primedic-Herstellerdatenblatts TDS 24126 und mit klarem Hinweis darauf, was dieses Datenblatt offenlässt.

Zusammengestellt vom Vertriebspartner Steinbach & Gaukel – Vertrieb der Marke aluderm® / W. Söhngen GmbH. Die vorgestellten Geräte sind MDR-konform; der aluderm-AED A2 wird mit 8 Jahren Hersteller-Garantie geliefert. Die Geräte sind zum Kauf und zur monatlichen Miete erhältlich; Wartung und Service erbringen wir gemeinsam mit unserem Partner TÜV SÜD.
Fachlich zusammengestellt für die Praxis · zuletzt aktualisiert 09/2026 · ersetzt keine medizinische Beratung.

Der Primedic HeartSave AED wird von der Metrax GmbH in Rottweil hergestellt — Der aluderm-AED wird als Marke der W. Söhngen GmbH in Taunusstein vertrieben; gefertigt wird er nach Herstellerangabe von Vivest, Herkunftsland China. Interessant ist der Vergleich, weil beide Anbieter bei der Auslegung unterschiedliche Wege gehen: Der HeartSave setzt auf hohe Energiestufen und ein robustes, schweres Gehäuse, der aluderm-AED auf ein leichteres Konzept mit 150 Joule und einer Kindertaste im Gerät. Alle HeartSave-Angaben stammen aus dem Herstellerdatenblatt TDS 24126 | DE | A mit Release-Datum 10/2021. Steinbach & Gaukel ist Vertriebspartner der Marke aluderm und damit nicht neutral; deshalb steht hier keine Zahl ohne Quelle und keine Lücke ohne Hinweis.

Die Gegenüberstellung

Quellenkürzel: [S] Söhngen-Produktangaben · [S2] Söhngen-Produktinformation aluderm-AED A2, Art. 0102209, Stand 26.06.2026 · [M] Primedic-Datenblatt TDS 24126 | DE | A, Release 10/2021.

Merkmalaluderm-AED A1 / A2Primedic HeartSave AED
Schockprotokollhalbautomatisch, Auslösung per Tastendruck [S]im Datenblatt nicht angegeben
Energie Erwachsene150 J [S]290 J / 340 J / 360 J [M]
Energie Kinder50 J über Kindertaste im Gerät [S]50 J / 70 J / 100 J im Kindermodus; Elektroden für Erwachsene oder Kinder [M]
Ladezeitkeine belegte Angabeca. 7 s auf 200 J, ca. 12 s auf 360 J [M]
Schocks je Batteriebis zu 200 Schocks à 150 J [S]ca. 330 bei 200 J, ca. 200 bei 360 J [M]
Gewicht1,5 kg [S2]ca. 3,0 kg mit Energiemodul (2,5 kg ohne) [M]
Maße232 x 209 x 59 mm [S2]25 x 28 x 9 cm [M]
SchutzartIP55 (A2) [S]IP5X und IPX5, zusammen IP55 [M]
Batteriekeine belegte AngabeLithium, 7.200 mAh, 108 Wh, ca. 530 g [M]
Batterie-Standzeitbis zu 5 Jahre [S]bis zu 6 Jahre — nur bei durchgängig 23 °C ± 2 °C im Standby, mit Haftungsausschluss [M]
Standzeit Elektrodenbis zu 5 Jahre [S]im Datenblatt nicht angegeben
Selbsttesttäglich automatisch [S2]im Datenblatt nicht angegeben
SprachenA2: Sprachtaste mit 3 Sprachen [S]4 Sprachen wählbar [M]
Analysedauerkeine belegte Angabein der Regel 4–20 s; Sensitivität über 90 %, Spezifität über 95 % [M]
DatenspeicherEKG-Aufzeichnung bis 8 Stunden [S2]CompactFlash-Karte 2 GB [M]
Falltest1,5 m [S2]0 °C bis +50 °C; Lagerung -20 °C bis +50 °C [M]
KlassifikationMDR-konform [S]Klasse IIb nach MDD Anhang IX Rule 09 (Stand des Datenblatts 10/2021) [M]
Herstellergarantie8 Jahre [S]im Datenblatt nicht angegeben
Marke / HerstellerMarke der W. Söhngen GmbH, Taunusstein; Gerätehersteller Vivest, Herkunftsland China [S2]Metrax GmbH, Rottweil [M]
Miete möglichja, inkl. Wartung und Service mit dem Partner TÜV SÜD [S]keine belegte Angabe

290 bis 360 Joule gegen 150 Joule — was das bedeutet

Der auffälligste Unterschied sind die Energiestufen. Der HeartSave gibt laut Datenblatt 290, 340 und 360 Joule ab, der aluderm-AED arbeitet mit 150 Joule. Das klingt nach einem gewaltigen Abstand, ist aber kein Qualitätsurteil: Die abgegebene Energie hängt untrennbar von der Impulsform ab, mit der ein Gerät arbeitet. Verschiedene Hersteller nutzen unterschiedliche biphasische Wellenformen, die bei unterschiedlichen Energiewerten vergleichbare Wirkung erzielen sollen.

Die Leitlinien des European Resuscitation Council geben deshalb keine feste Joule-Zahl für Laiengeräte vor, sondern verweisen auf die Empfehlung des jeweiligen Herstellers für sein Gerät. Für die Beschaffung heißt das: Die Joule-Zahl allein taugt nicht als Vergleichsmaßstab — weder in die eine noch in die andere Richtung. Wer damit argumentiert bekommt, sollte nach der Wellenform und der Herstellerempfehlung fragen.

Praktisch relevanter ist eine Zahl daneben: Die Batterie des HeartSave liefert laut Datenblatt ca. 200 Schocks bei 360 Joule und ca. 330 bei 200 Joule. Der aluderm-AED kommt auf bis zu 200 Schocks à 150 Joule. Für den realen Einsatz eines Laiengeräts, bei dem selten mehr als eine Handvoll Schocks abgegeben wird, ist beides reichlich.

Gewicht und Bauform

Mit rund 3,0 Kilogramm betriebsbereit und Maßen von 25 x 28 x 9 Zentimetern gehört der HeartSave zu den schwereren Laiengeräten. Zum Vergleich: Der Philips HeartStart HS1 wiegt 1,5 Kilogramm, der ZOLL AED Plus 3,1 Kilogramm. Ein schweres Gerät ist nicht schlechter — mehr Masse bedeutet oft mehr Gehäusestabilität —, aber es macht einen Unterschied, wenn jemand es im Notfall zwei Etagen hochtragen muss oder wenn es im Streifen- oder Marshal-Fahrzeug mitfährt.

Zur Schutzart: Das Datenblatt weist IP5X für Fremdkörper und IPX5 für Strahlwasser aus, zusammengenommen also IP55 — dieselbe Klasse wie beim aluderm-AED A2. Für staubige oder feuchte Umgebungen sind damit beide Geräte geeignet, anders als etwa der Philips HeartStart HS1 mit IP21.

Drei Lücken im Datenblatt — und warum sie zählen

Das Primedic-Datenblatt ist technisch ausführlich, lässt aber ausgerechnet drei Punkte offen, die in einer Beschaffungsentscheidung regelmäßig den Ausschlag geben.

Erstens die Standzeit der Elektroden. Sie ist der größte Kostentreiber über die Nutzungsdauer, weil Elektroden häufiger gewechselt werden als Batterien. Ohne diese Angabe lassen sich die Folgekosten des HeartSave schlicht nicht ausrechnen. Zweitens die Garantiedauer. Sie steht im Datenblatt nicht; der aluderm-AED wird mit acht Jahren geliefert. Drittens das Schockprotokoll — ob das Gerät den Schock vom Helfer auslösen lässt oder selbst abgibt, geht aus dem Datenblatt nicht hervor. Die Modellfamilie führt beide Varianten.

Ein vierter Punkt ist kein Mangel, sondern eine Einordnung: Die Batterielaufzeit von bis zu sechs Jahren ist im Datenblatt ausdrücklich an Idealbedingungen geknüpft — Batterie eingelegt, Gerät ausschließlich im Standby, Umgebungstemperatur durchgängig 23 °C ± 2 °C — und mit einem Haftungsausschluss versehen; Lagerung im Freien verkürze die Lebensdauer erheblich. Die Angabe ist damit korrekt, aber sie beschreibt den Laborfall, nicht den Flur eines Vereinsheims. Wer sie gegen die fünf Jahre des aluderm-AED stellt, sollte die Bedingung mitlesen.

Und eine Beobachtung zum Zulassungsstand: Das Datenblatt von 10/2021 weist das Gerät als Klasse IIb nach MDD aus, also nach der alten Medizinprodukte-Richtlinie. Der aluderm-AED ist MDR-konform. Was das für den heutigen Zulassungsstand des HeartSave bedeutet, sagt das Dokument nicht — es belegt nur den Stand von 2021. Diese Zeile gehört nicht in ein Verkaufsgespräch, ohne den aktuellen Stand beim Hersteller zu prüfen.

Für welchen Einsatz welches Gerät passt

Beide Geräte sind für staubige und feuchte Umgebungen geeignet. Für mehrsprachige Teams bietet der HeartSave mit vier wählbaren Sprachen eine mehr als der aluderm-AED A2 mit seiner Drei-Sprachen-Taste. Wo das Gerät getragen wird — über Etagen, in Fahrzeugen, bei Veranstaltungen —, spricht das geringere Gewicht für den aluderm-AED.

Wo Kinder regelmäßig anwesend sind, ist die Kindertaste im Gerät der einfachste Weg. Wo Planungssicherheit über acht Jahre zählt, fällt ins Gewicht, dass beim aluderm-AED Garantiedauer und Elektroden-Standzeit klar benannt sind, während beide Angaben beim HeartSave-Datenblatt fehlen. Und wo kein Investitionsbudget bereitsteht, entscheidet oft die Möglichkeit der monatlichen Miete inklusive Wartung und Service über den Partner TÜV SÜD — siehe AED mieten oder kaufen.

Fazit

Der Primedic HeartSave ist ein solide gebautes Gerät aus deutscher Fertigung mit hohen Energiestufen, vier Sprachen und IP55 — technisch nichts, was gegen ihn spräche. Der Vergleich scheitert an anderer Stelle: Ohne Elektroden-Standzeit und ohne Garantiedauer lässt sich die Gesamtkostenrechnung nicht aufmachen, die bei einem Gerät mit zehn Jahren Nutzungsdauer den Ausschlag gibt. Der aluderm-AED liefert beide Zahlen — bis zu fünf Jahre auf Elektroden und Batterie, acht Jahre Herstellergarantie — und ist zusätzlich zur Miete erhältlich. Welche Ausstattung zu Ihrer Einrichtung passt, klären wir gern: kostenlos und unverbindlich anfragen.

Häufige Fragen

Warum hat der Primedic HeartSave 360 Joule und der aluderm-AED nur 150?
Weil beide mit unterschiedlichen biphasischen Impulsformen arbeiten. Die abgegebene Energie hängt von der Wellenform ab; die ERC-Leitlinien geben für Laiengeräte keine feste Joule-Zahl vor, sondern verweisen auf die Empfehlung des jeweiligen Herstellers. Die Joule-Zahl allein ist deshalb kein Vergleichsmaßstab.
Wie schwer ist der Primedic HeartSave?
Laut Datenblatt rund 2,5 Kilogramm ohne und rund 3,0 Kilogramm mit Energiemodul, bei Maßen von 25 mal 28 mal 9 Zentimetern. Damit gehört er zu den schwereren Laiengeräten; der Philips HeartStart HS1 wiegt zum Vergleich 1,5 Kilogramm.
Wie lange halten die Elektroden beim HeartSave?
Das Herstellerdatenblatt TDS 24126 macht dazu keine Angabe. Da Elektroden der größte Kostentreiber über die Nutzungsdauer sind, lassen sich die Folgekosten ohne diese Zahl nicht berechnen. Beim aluderm-AED sind es bis zu fünf Jahre.
Stimmt es, dass die Batterie sechs Jahre hält?
Das Datenblatt nennt bis zu sechs Jahre, knüpft das aber ausdrücklich an Idealbedingungen: Batterie eingelegt, Gerät ausschließlich im Standby und durchgängig 23 Grad Celsius plus minus 2 Grad. Lagerung im Freien verkürze die Lebensdauer erheblich, und der Hersteller schließt eine Haftung für die Batterielebensdauer aus.
Ist der HeartSave halb- oder vollautomatisch?
Aus dem vorliegenden Datenblatt geht das nicht hervor; die Modellfamilie führt beide Varianten. Wer das Gerät beschafft, sollte die Konfiguration ausdrücklich klären. Die aluderm-AED A1 und A2 sind halbautomatisch, der Helfer löst den Schock per Tastendruck aus.
Welche Schutzart hat der Primedic HeartSave?
Das Datenblatt weist IP5X für Fremdkörper und IPX5 für Strahlwasser aus, zusammengenommen IP55 — dieselbe Klasse wie beim aluderm-AED A2. Beide Geräte sind damit für staubige und feuchte Umgebungen geeignet.

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Quellen & weiterführende Informationen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, rechtliche oder betriebsorganisatorische Beratung. Inhaltlicher Stand: 13.09.2026.

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